Projektbeschreibung
Das Projekt „Krieg" will untersuchen, wie es zum Krieg kommen und was Krieg für den Einzelnen bedeuten kann. Durch Tanz, Schauspiel und Videosequenzen werden poetisch und assoziativ Gedanken, Träume, Erfahrungen, Fragen und Sehnsüchte in einer Bühneninszenierung dem Publikum nahegebracht.
In großen Tanz- und Schauspielszenen von bis zu 75 Personen, Tanzsoli, Schauspiel mit Videomontagen, Erzählungen, Dialogen und Monologen werden die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen kombiniert und vermischt. Die Aufführung zeigt nicht eindeutige politische Stellungnahmen, sondern dokumentarisch Einzelschicksale. Ziel ist es, eine Aufführung zu erleben, die trotz des ernsten Themas lebendig und optimistisch sein soll.
Durch die Arbeit am Projekt soll ein Beitrag zur Völkerverständigung und zivilen Konfliktlösung geleistet werden. Mit künstlerischen Mitteln wird eine Aufführung auf hohem künstlerischen Niveau angestrebt. Durch die Ausdrucksformen Tanz, Schauspiel und Medien (Video) lernen die Akteure, das Thema zu bearbeiten, auf verschiedenen Ebenen zu kommunizieren und sich mitzuteilen.
Doch es geht bei dem Stück nicht nur um künstlerische Arbeitsprozesse, sondern auch um (soziales) Lernen. In einem gemeinsamen Prozess haben die verschiedenen Akteure die Möglichkeit, sich auszutauschen und durch das gemeinsame Ziel enge Beziehungen zu entwickeln. Die konfusen Einzelinteressen in den sozialen Biographien der Partizipanten können sich während der Erarbeitung des Stückes in gemeinsames Handeln verwandeln. Gerade das „working in progress" mit den Jugendlichen und Flüchtlingen schafft Raum für eine Auseinandersetzung mit der Problematik von Krieg, von Identität und Konflikten, aber auch von Hoffnungen und Sehnsüchten.
Im Verlauf dieses Lern- und Arbeitsprozesses entstand das Bühnenstück „Krieg", das in öffentlichen Aufführungen und Schulvorstellungen ein breites Publikum an dieser Thematik teilhaben lässt.
„Es gab Jahre in meinem Leben, in denen ich viel Zeit in Kriegen verbrachte, besonders im Kaukasus. Bis hin zum dramaturgischen Detail, der Projektion der angsterregenden und totbringenden Hubschrauber, vor allen Dingen aber in Texten und Tanz, durch die Szenen insgesamt, fühlte ich mich in bestimmte Stunden und an bestimmte Orte zurückversetzt. Was mich besonders berührt hat, dass in der Darstellung des Schreckens im Raum soviel Liebe spürbar war. Das mag man auch werten als einen pädagogischen Erfolg. Aber wenn es so berührt, dann war es wohl doch auch eine Sternstunde der Kunst und ihrer Möglichkeiten."
Dirk Sager (ZDF-Auslandskorrespondent) über "KRIEG"